9. Mai 2019

Zur Pensionierung von Albert Elmiger

Zur Abgabe der Amtsleitung

Es ist niemand mehr da, der einen «Nachruf» auf mich hätte verfassen können - ich bin umgeben von jungen oder neuen Mitarbeitenden. Man möge mir den Hochmut verzeihen, auch eine Spur hinterlassen zu wollen, wenn auch nur eine schmale, proportional zur Grösse unseres sehr kleinen Kantons.

Nach der Matura in St.Gallen habe ich an der ETH Zürich Forstwirtschaft studiert. Während des Flachlandpraktikums in Sursee durfte ich die Komplexität von Waldzusammenlegungen kennenlernen, die mein Lehrherr, Kreisoberförster Oswald Hämmerli, meisterlich beherrschte. Im anschliessenden Gebirgspraktikum beim nachmaligen National-, Ständerat und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Waadt, Jacques Martin sel., begriff ich, was «arbeiten» bedeutet. Er managte 1978 doppelt so viel Wald wie Innerrhoden aufweist, war Gemeinde- und Grossrat und leitete nebenher ein mittelgrosses Gartenbauunternehmen. In dieser Zeit in Gryon VD lernte ich Sprache und Kultur der Romandie kennen und schätzen.

An der ETH schlossen 1979 viermal so viele Forstingenieure ab, als dass der Stellenmarkt aufzunehmen vermochte. So absolvierte ich nochmals zwei militärische Schulen in Bière VD und besuchte an der Hochschule St.Gallen das 5. und 6. Semester in Betriebswirtschaft. Während zweier Jahre arbeitete ich dann freierwerbend auf meinem Beruf. Meine erste, sehr inte-ressante Stelle fand ich beim Forstingenieurbüro Tibor Szilagyi in Schwerzenbach ZH. Im gleichen Jahr - 1984 - gründeten Heidi und ich eine Familie. Wir durften zwei Mädchen und zwei Buben durch ihre Kindheit, Jugend und Ausbildung begleiten.

Auf den 1. Januar 1986 wurde ich als Adjunkt des Oberforstamtes von Appenzell Innerrhoden gewählt. Nebst den forstlichen Aufgaben wurde mir von Beginn weg auch die Verantwortung für den landwirtschaftlichen Hochbau und für die Verbesserung der Wohnverhältnisse im Berggebiet übertragen. Im Folgejahr musste ich den baulichen Tierschutz übernehmen und wurde zunehmend mit den nicht versicherbaren Elementarschäden betraut.

Von 1991 bis 1995 delegierte mich die Regierung in die Betriebskommission «Buherre Hani-sefs». Meine Hauptverantwortung bestand darin, dass Mitte 1994 die erste öffentliche und stationäre Bibliothek im Inneren Landesteil eröffnet werden konnte. Ausserdem ging es um den Neubau des Landesarchives, die Sanierung des Rathauses und des Museums Appenzell - typische Forstingenieurarbeiten.

Am Tag nach der Wahl von Lorenz Koller zum neuen Departementsvorsteher im Jahr 2001, übertrug er mir neu die Verantwortung für Investitionskredite und Betriebshilfedarlehen. Sein Vorgänger hatte diese Bereiche als Regierungs-rat noch höchstpersönlich betreut!

Im Jahr 2003 wurde ich in das Care-Team AR/AI berufen und durfte in vielen leidvollen Situationen meine Hilfe anbieten. Unterdessen bin ich im Leitungsteam und als Einsatzleiter tätig.

Nach 15 Arbeitsjahren ermöglichte mir der Kanton als Dienstaltersgeschenk den Besuch der Medienschule St.Gallen. Von mir nicht beabsichtigt waren allerdings die Folgen dieser Weiterbildung. Einerseits hatte ich neu unsere Homepage zu administrieren. Andererseits wurde ich als Chef Information in den nur vierköpfigen kantonalen Führungsstab abkommandiert. Damit verbunden waren der Aufbau einer 15-köpfigen Hot-line für den Stab selber, für die Kantonspolizei und das Erziehungsdepartement.

Anlässlich der Pensionierung meines Vorgängers Peter Raschle wurde ich 2013 zum neuen Oberförster und Leiter des Meliorationsamtes bestimmt. Zusammen mit Departementssekretär Bruno Inauen durfte ich das Departement in einem ersten Schritt umbauen. Dabei übernahm ich im Meliorationsamt neu auch den Tiefbau. Es ist mir bis zum Schluss nicht gelungen, alle Geheimnisse dieses Bereiches zu ergründen.

Nach der Wahl von Bruno Inauen zum Leiter des Landwirtschafts- und Meliorationsamtes St.Gallen per 1. Dezember 2018 konnte ich nun in einem zweiten Schritt das Forstwesen und das Meliorationswesen vollständig trennen. Ab dem 1. Januar 2019 ist Fatima Sgro als neugewählte Departementssekretärin gleichzeitig mit der Leitung des Meliorationsamtes betraut worden. Sie ist von mir seit letztem Dezember bis Ende April in das Meliorationswesen eingeführt worden. Ab Mai 2019 bis zu meiner Pensionierung - voraussichtlich im April 2020 - werde ich nur noch als Oberförster tätig sein.

Herzlich danken möchte ich Sachbearbeiterin Carola Rusch-Bischofberger, meiner einzigen Mitarbeitenden im Meliorationswesen. Sie hat mich in den letzten Jahren so oft vor dem Untergang in der Arbeitsflut gerettet.

Meiner Nachfolgerin Fatima Sgro wünsche ich alles Gute und viel Freude an ihren neuen Auf-gaben!

Appenzell, Ende April 2019