2. Dezember 2010

Zur Pensionierung von Urs Stuber

Landwirtschaftsamt:
Zur Pensionierung von Urs Stuber

Urs Stuber trat im April 1976 die Stelle beim Meliorationsamt als Kulturing-enieur an. Er gehört damit zu einer aussterbenden Spezies, wurden doch die letzten Kulturingenieure ETH im Jahr 1985 diplomiert. Seine ersten Aufgaben bestanden in der Leitung und Oberaufsicht von umfassenden Strukturverbesserungen (Gesamtmeliorationen), vor allem entlang der Nationalstrassen N1 und N7. Im Verlauf der Jahre kamen die Vorbereitungen und Gründungen von verschiedenen Gesamtmeliorationen im Mittel- und Hinterthurgau hinzu.

1986 wurde Urs Stuber zum Chef des Kantonalen Meliorationsamtes befördert. In der Folge erlebte Urs Stuber, wie das wachsende ökologische Bewusstsein die Ziele der Meliorationen zu beeinflussen begann. Neben der Optimierung der landwirtschaftli-chen Bodennutzung im Hinblick auf eine rationelle Bewirtschaftung wurde der Einbe-zug von Schutzbereichen und weiterer Interessen der Raumnutzung zunehmend wichtig. Es galt die Interessen von Landwirtschaft, öffentlicher Hand und Bevölkerung (Freizeit) unter einen Hut zu bringen. Als Beispiel sei die GZ Tobel erwähnt, wo es den Pilgerweg zu schützen galt.

Heute ist beinahe der ganze Kanton vermessen; die meisten Kulturflächen im Kanton sind - mindestens ein Mal - im Rahmen einer Güterzusammenlegung GZ bereinigt worden; mit Schurten (PG Fischingen) und Salenstein laufen voraussichtlich die letz-ten Grossunternehmen dieser Art. Als Folge dieser Entwicklung wurde das Meliorati-onsamt im Jahr 2000 ins Landwirtschaftsamt eingegliedert. In der Abteilung Struktur-verbesserung bekleidete Urs Stuber fortan das Amt des Abteilungsleiters. In seiner Funktion war er im Lauf der Zeit für den fachgerechten Ablauf der Güterzusammenle-gungen, sowie für die Oberaufsicht der verschiedenen Unterhaltsorganisationen ver-antwortlich. An über 33 GZ, Landumlegungen und freiwilligen Landumlegungen sowie Wasserversorgungen war er während seiner beinahe 35jährigen Tätigkeit massge-blich beteiligt und hat damit nachhaltige Spuren im Kanton hinterlassen. Dabei war er stets auf dauerhafte und verschiedene Interessen berücksichtigende Lösungen bedacht; Extremisten waren ihm zuwider.

Lieber Urs, wir danken Dir für Deinen Beitrag zu effizienten Bewirtschaftungsstruk-turen in der Landwirtschaft und wünschen Dir für den nächsten Lebensabschnitt alles Gute, gute Gesundheit und viel Freude bei der Ausübung Deiner Hobbies.

Mit der Pensionierung von Urs Stuber erfolgt auch im Landwirtschaftsamt eine kleine „Strukturverbesserung“; die beiden Abteilungen Strukturverbesserungen und Boden- und Pachtrecht werden zusammengelegt; die Leitung liegt bei Walter Schild.

Markus Harder, Chef Landwirtschaftsamt