7. Mai 2004

Rainer Künzle tritt auf Ende Mai 2004 in den wohlverdienten Ruhestand

Nach 34 Jahren bei der kantonalen Verwaltung tritt Rainer Künzle, dipl. Ing. ETH/SIA und pat. Ingenier-Geometer auf Ende Mai 2004 in den wohlverdienten Ruhestand.



Am 1. Juni 1970 hat Rainer Künzle seine Stelle beim damaligen Meliorations- und Vermessungsamt Graubünden angetreten. Mit dem Diplom als Kulturingenieur ETH, dem Patent als Ingenieur-Geometer sowie einer soliden Basis in Vermessung, welche er sich bei verschiedenen Tätigkeiten im Kanton Wallis und in Algerien erarbeitet hatte, trat er die Verwaltungsstelle an.

Diese wenigen Eckdaten aus dem jungen Berufsleben von Rainer Künzle zeigen unverkennbar seine offene Wesensart und seinen Drang, Neues zu entdecken, Werte, die ihn durchs ganze Berufsleben begleitet haben. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich jener Sparten unseres vielseitigen Berufsinhaltes annahm, welche nicht sehr häufig gefragt waren und in der Ausbildung kaum oder gar nicht zum Zuge kamen: Seilbahnbau, Turbinenanlagen und Elektrifizierungen.

Ende 1972 wurde Rainer Künzle zum Abeilungsleiter Meliorationen und gleichzeitig zum Stellvertreter des Amtsleiters ernannt. In dieser Funktion betreut er die wechselnde Anzahl Sachbearbeiter Meliorationen, das Ressort Kulturlandverminderungsabgaben und das Seilbahnwesen. Die Flut an laufenden und neuen Gesamt- und Einzelmeliorationen, welche ihm in seiner Amtszeit anvertraut sind, die Aufsicht über die jährlich zwischen drei und fünf Millionen Franken einbringende Kulturlandvermin-derungsabgabe und die damit häufig verbundenen Einsprachen und Rekurse, sowie jene über das Kontrollwesen für Seilbahnen und Skilifte werden prägend für die nun folgenden über 30 Jahre Tätigkeit beim Meliorations- und Vermessungsamt (seit 1.1.2002 Amt für Landwirtschaft, Strukturverbesserungen und Vermessung).

Grosse Neuerungen in dieser Zeit bilden das Meliorationsgesetz von 1981, womit die Gemeinden zur Anordnung von Güterzusammenlegungen ermächtigt werden, die Liberalisierung im Markt der Ingenieur- und Geometerleistungen sowie Alternativen zum traditionellen Güterwegbau mit Kieskoffer und Schwarzbelag. Sein Pionierdenken im öffentlichen Ausschreiben von Ingenieurleistungen wird von verschieden Kantonen übernommen. Die anfängliche Skepsis zum Bau von Güterwegen in Beton weicht rasch. Der Hang zum Neuen obsiegt und lässt Rainer Künzle zum Promotor von stahlfaserarmiertem Beton beim Spurwegbau werden.

Im dritten Lebensabschnitt wird es Rainer Künzle wohl kaum langweilig werden. Seine Reparaturkünste an "Hard- und Software" des täglichen Gebrauchs sind weit herum bekannt und gefragt. Wo ihm früher der Schraubenzieher Unbekanntes in vielen Apparaten, Autos und gar Wanduhren von Kollegen erschloss, sind es im elektronischen Zeitalter Tastendruck und Mausklick, die ihn in die Tiefen der Technik steigen lassen um dort seinen Erkundigungen in Programmzeilen, Routinen und Modulen zu frönen. Dass nach den Exkursionen einmal eine Schraube übrig bleibt oder ein Programmteil nicht mehr läuft, kann vorkommen und wird in beharrlichem, ruhigem Einsatz, welcher schon bis in die frühen Morgenstunden dauern kann, wieder behoben.

Aber auch seine Verbundenheit zum Chorgesang und jene zum Biken werden ihn im musischen wie im sportlichen Bereich noch manchen Akzent setzen lassen. Dazu seien ihm noch viele Jahre des Wohlbefindens beschieden.

Mit Rainer Künzle geht ein Mitarbeiter in den Ruhestand, welcher das Meliorationswesen im Kanton Graubünden in den letzten Jahrzehnten stark geprägt hat, aber auch ein wertvoller und lieber Kollege. Wir danken Rainer für seinen unermüdlichen Einsatz zu Gunsten unserer Gemeinden und unserer Landwirtschaft und wünschen ihm alles Gute und vor allem Gesundheit und Wohlergehen im Kreise der Seinen.

Chur, im Mai 2004
Amt für Landwirtschaft, Strukturverbesserungen und Vermessung
Aurelio Casanova